Normung

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Dr. Christoph Sokolowski

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„Wer nicht normt, wird genormt“

Die Normung spielt für die deutsche Kautschukindustrie eine herausragende Rolle. Zuständig für die nationale Normung auf dem Gebiet der Verarbeitung von Kautschuk und thermoplastischen Elastomeren (TPE) ist der Normenausschuss Elastomer-Technik (NET) des Deutschen Instituts für Normung e.V. (DIN) in Berlin. Dieser vertritt die deutschen Normungsinteressen durch aktive Mitwirkung in den entsprechenden europäischen und internationalen Gremien.

Bis Ende 2017 hatte der wdk die Geschäftsstelle des NET als einen externen Normenausschuss geführt. In vorausgegangenen zwölf Jahren war Volker Krings, der „Chef-Chemiker“ des Verbands dort Fachbereichsleiter Normung Technische Elastomer-Erzeugnisse. Im Juni 2018 wurde er vom Beirat zum Vorsitzenden des NET gewählt. Insofern sieht Krings seine Aufgabe auch darin, als Garant für die Kontinuität in der Normungsarbeit bei Elastomeren einzustehen. Zugleich will er in seiner Funktion aber auch meinen Beitrag dazu leisten, den NET weiterzuentwickeln, denn der technologische Fortschritt schreitet unaufhörlich voran.

Der Ausschussvorsitzende wird nicht müde, die Bedeutung der Normung für seine Branche immer wieder hervorzuheben: „Normung ist in höchstem Maße wettbewerbsrelevant. Es gibt unter uns Normern einen alten, aber immer noch gültigen Spruch: ‚Wer nicht normt, wird genormt‘.“ Normen seien in regeltechnischer Sicht Wegbereiter für technische Innovationen. Ein gutes Beispiel hierfür sei TPE, ein noch verhältnismäßig junger Werkstoff. Hier werde die Weiterentwicklung von Normen flankiert, was deutlich zeige, warum sich Industrieinternehmen konsequent an der Normung beteiligen sollten. Deshalb erklärt Krings auch deutlich: „Wer nicht dabei ist, wird auch nicht beachtet. Wer sich aber am Normungsprozess beteiligt, kann seinen Einfluss geltend machen, seine Interessen vertreten, bleibt auf der Höhe der Zeit und ist besser vor unliebsamen Überraschungen geschützt.“

Schließlich findet Normung nicht nur in Deutschland statt. Was das Deutsche Institut für Normung hierzulande ist, ist für Europa das Europäische Komitee für Normung (CEN) und für die ganze Welt die Internationale Organisation für Normung (ISO). In deren Technischen Komitees wird die europäische und internationale Normungsarbeit durchgeführt. Dabei erfolgt die Arbeit sozusagen von unten nach oben. In den nationalen NET-Ausschüssen werden Normungsvorschläge für CEN oder ISO erarbeitet und hier erfolgt auch die Kommentierung zu den europäischen und internationalen Normungsergebnissen. Die eben erwähnten Arbeitsausschüsse des NET delegieren dann ihre Experten in die Technischen Komitees und dort vertreten diese dann die vorher abgestimmte deutsche Meinung.

Das Aufgabengebiet des Ausschuss ist dabei sehr umfangreich. Es umfasst die Erstellung von Normen der Terminologie, der Bemessung, der Produkt- und Materialeigenschaften und der Prüfverfahren für die Produktfamilien Reifen, Räder und Ventile, Dichtungen für Rohrleitungen, Fenster, Fassaden, Türen, sowie Fugendichtungsprofile, Gummi- und Kunststoffschläuche, sowie Schlauchleitungen (außer für Tankanlagen mit flüssigem Kraftstoff, aber für Flüssiggas), Fördergurte, Keil- und Synchronriemen, Walzen Elastomer-Dämpfelemente, weich-elastische Schaumstoffe und gummierte Stoffe und Folien.

Ein ausgeklügeltes System verhindert dabei ein globales „Normungs-Durcheinander“.  Auf europäischer Ebene muss eine Europäische Norm (EN) in allen 34 Mitgliedsländern des CEN auf nationaler Ebene angekündigt und dann als identische nationale Norm veröffentlicht oder anerkannt werden. Steht dieser dann beispielsweise in Deutschland eine DIN-Norm entgegen, so muss diese zurückgezogen werden. Etwas komplexer ist das Ganze auf globaler Ebene. Hier hilft die „Wiener Vereinbarung“ über die technische Zusammenarbeit zwischen ISO und CEN mit dem Ziel, die Normungsarbeit möglichst nur auf einer Ebene durchzuführen. Eine gleichzeitige Anerkennung als Internationale und als Europäische Norm soll dann sicherstellen, dass die Normungsinhalte auch wirklich identisch sind.

Nähere Informationen zur Arbeit des DIN-NET gibt es im regelmäßig erscheinenden TECHNIK Update im Mitgliederbereich und auf der Homepage des DIN.

Die hohe Bedeutung der Normung für die Kautschukindustrie

Der DIN-Normenausschuss Elastomer Technik (NET) hat für die deutsche Kautschukindustrie eine hoher Bedeutung. Der NET ist zuständig für die nationale Normung auf dem Gebiet der Verarbeitung von Kautschuk und thermoplastischen Elastomeren (TPE). Zugleich vertritt er die deutschen Normungsinteressen durch aktive Mitwirkung in den entsprechenden europäischen und internationalen Gremien.

Volker Krings, Chef-Chemiker des wdk und im Juni 2018 zum Vorsitzenden des DIN-NET gewählt, äußert sich in einem Interview zu seinen Zielen sowie zu Aufgaben und Nutzen der Normung für die Branche.

DIN-Normenausschuss Elastomertechnik (NET)
Volker Krings zum NET-Vorsitzenden gewählt

Der Beirat ist das Lenkungsgremium des DIN-Normenausschusses Elastomertechnik (NET). Nach der Übergabe der Geschäftsstelle vom wdk an das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat die Sitzung des Gremiums am 21. Juni 2018 im Haus der Kautschukindustrie in Frankfurt/Main stattgefunden. Dabei wurde der Chefchemiker des wdk, Volker Krings, zum Vorsitzenden des DIN-NET gewählt. Zu seinen beiden Stellvertretern wurden Tino Reinhard (Geberit) und Mathias Maisner (BAW) bestimmt.

In ihrer Funktion als Beiratsmitglieder für drei Jahre bestätigt wurden: Dr. Thomas Becherer (Continental Reifen), Arndt Bunzel (Continental ContiTech Transportbandsysteme), Willi Emde (Continental ContiTech Schlauch), Egbert Fritzsche (vda), Dr. Susanne Madelung (PVP Triptis) und Axel Tammen (Hansa-Flex). Neu aufgenommen wurden in den Beirat Volker Krings (wdk) und Tino Reinhard (Geberit). Der Technische Geschäftsführer des wdk, Stephan Rau, wurde als ständiger Gast in das Gremium gewählt. Geschäftsführerin des NET ist Dr. Bärbel Schambach (DIN).

DIN-NORMENAUSSCHUSS ELASTOMERTECHNIK (NET)
Neuer Arbeitsausschuss Elastomermatten geplant

Bei der NET-Beiratssitzung wird die Gründung eines neuen Arbeitsausschusses mit dem Titel „Elastomermatten“ im Fachbereich Technische Elastomer-Erzeugnisse diskutiert zur Spiegelung der ISO/TC 45/SC 4/WG 16 „General rubber sheets“. Er soll für die deutsche Meinungsbildung zuständig sein und die deutsche Stellungnahme zu internationalen Normungs- und Standardisierungsprojekten des Gremiums formulieren. Hinzu kommen die Erarbeitung von Vorschlägen für die internationale Normungsarbeit und die Benennung der deutschen Experten. Zusätzlich kann der Ausschuss - soweit notwendig und sinnvoll - nationale Normen erarbeiten. Interessierte Kreise können sich für eine Mitarbeit in dem Gremium beim wdk über folgende E-Mail-Adresse melden: e.kozlowski@wdk.de