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PRESSEMITTEILUNG
wdk bekräftigt auf dem Tag der Kautschukindustrie die Forderung nach einem Bundesbeauftragten für Rohstoffe

Der Präsident des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk), Dr. Ralf Holschumacher, hat die Forderung nach einem Bundesbeauftragten für Rohstoffe bekräftigt. Auf dem Tag der Kautschukindustrie in Berlin verwies er vor mehr als 200 geladenen Gästen auf die zunehmende Volatilität der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese seien unter anderem durch steigende Handelsbarrieren, Preissprünge bei der Rohstoffversorgung oder durch sprunghafte Nachfrageveränderungen im Automotive-Sektor geprägt. Hier könne ein Bundesbeauftragter für Rohstoffe auch für andere Branchen ein hilfreicher Ansprechpartner sein. Trotz der vielfältigen Herausforderungen zeigte sich der wdk-Präsident optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass die Volatilitäten 2018 auf die leistungsfähigen und flexiblen Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie nur bedingt Einfluss haben werden.“

Der diesjährige Tag der Kautschukindustrie stand unter der Frage „Wohin geht die Reise?“ Unter diesem Aspekt beleuchtete Prof. Dr. Stefan Bratzel (Center of Automotive Management) die Zukunftstrends der Automobilindustrie. Er verwies auf einen Paradigmenwechsel in der Automobilindustrie. Neue Player insbesondere aus den USA und aus China drängen mit neuen Geschäftsmodellen in den Mobilitätsmarkt. Ein wichtiger Trend sei dabei die Elektrifizierung. Zwar kranke die Elektromobilität aktuell noch unter den Faktoren „Range“, „Infrastructure“ und „Price“ (R.I.P.), wobei gerade in Deutschland die Reichweitenangst weit verbreitet sei. Prof. Bratzel verwies aber auch auf die rasant steigende Zahl der Neuzulassung von E-Mobilen in anderen Ländern und prognostizierte einen weiteren deutlichen Anstieg. Bei einer optimistischen Schätzung könnten demnach 2030 weltweit bis zu 40 Millionen E-Autos im Jahr verkauft werden.

Einen anderen wichtigen Aspekt beleuchtete der Leiter der Spionageabwehr des Landes Berlin, Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs, in seinem Beitrag „Sicherheit ist Chefsache“. Er betonte, dass sich 40 bis 50 Prozent der Tätigkeit anderer staatlicher Nachrichtendienste auf Wissenschafts- und Technikspionage konzentrierten, also letztlich Unternehmen als Ziele hätte. Dabei seien die wichtigsten Quellen meist eingeschleust, was er an Hand historischer Beispiele aufzeigte. Deshalb komme der Unternehmensleitung eine wichtige Rolle zu, notfalls kritische Fragen zu stellen. Sicherheit dürfe keine Tabus kennen. Prof. Müller-Enbergs warb hier auch für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von möglicherweise von Spionage betroffenen Unternehmen mit dem Verfassungsschutz.

Die Sensibilisierung für Sicherheitsaspekte war ebenfalls der Schwerpunkt des Vortrags von Peter Leppelt, Gründer des Unternehmens praemandatum, das Firmen auf dem Gebiet der Information Security berät. Er zeigte zunächst auf, welche vielfältigen Überwachungsmöglichkeiten moderne Mobil- und Hausgeräte und welche Berechtigungen deren Nutzer zum Teil den bereitstellenden Unternehmen einräumten. Der Sicherheitsexperte warnte aber vor Fatalismus und rief zu mehr Eigenverantwortung auf. Es komme immer darauf an, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, wo Öffentlichkeit in Form von Computern vorhanden und wer die Kommunikationspartner seien. Dann erst könne und müsse man sich mit Datenschutz und Datensicherheit beschäftigen. In diesem Zusammenhang würdigte Leppelt die Datenschutz-Grundverordnung als einen wichtigen Meilenstein.

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschuk­industrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt gut 160 Unternehmen mit rund 75.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahres­um­satz von knapp zwölf Milliarden Euro.